FREISTIL – KW 05/23

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Wochenkommentar KW 05 – 05. Februar 2023

Im Tag vertan …
Ich dachte, wir hätten Heiligen Dreikönigstag. Sonderbar gekleidete Menschen, die von Haus zu Haus, von Tür zu Tür wandern, bis ich draufgekommen bin, dass es sich um Politikerinnen und Politiker handelt. Sie folgen dem Stern, der für sie in Kärnten am 5. März auf- oder untergeht … Ob es da eine Erleuchtung geben wird?

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Surprise, surprise
Es überrascht mich, wie politiknahe Meinungsforscher und Politologen dieser Tage den Wahlausgang in Niederösterreich analysieren. Großes Rätselraten. So recht will niemand eine Erklärung für den Wahlausgang haben. Konkret für die herben Verluste der SPÖ und ÖVP, die starken Zugewinne der FPÖ. Ich hätte eine. Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, dass sich politische Parteien einen Dreck um ihr Wahlvolk bemühen. Leiten Sie bitte daraus keine persönliche Präferenz für eine bestimmte Partei ab. Sie sind sich allesamt selbst am nächsten. Sie bereichern sich und grenzen Menschen aus, die nicht bereit sind, stumpfsinnigen Anordnungen [Impfung, Klimamaßnahmen, Energie-Spar-Tipps etc.] Folge zu leisten. Das Wahlergebnis dem „dummen“ Staatsvolk in die Schuhe zu schieben und sie generalisiert als RECHTS abzuurteilen, hat Werner Kogler perfektioniert, dicht gefolgt vom amtierenden Bundespräsidenten. Mein Appell – bemühen Sie sich einfach authentisch um die Sorgen der Menschen anstatt in die Ukraine zu reisen.

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Bubi und die Ohrendreher
Sie dürfen in diesen Tagen alles sein, nur nicht normal. Nur nicht wie bisher. Nur nicht vergleichbar. Also kein österreichischer Staatsbürger. Mann oder Frau. In Kärnten geboren. Hier aufgewachsen. Fleischesser und Autofahrer. Am besten Sie sind geschlechtslos oder alternieren ihr Geschlecht täglich, familiär mit einem Minderheiten-Background versehen, haben ukrainische Wurzeln, künsteln über Gender-Themen, Migration und Ausgrenzung, eventuell noch mit aktivem Klimaschutzstatus, dann geht’s ab. Und die anderen? Die schauen blöd aus der Wäsche und durch die Finger …

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Die Vergesslichkeit von Medien
Dieser Tage veröffentlichte die Kleine Zeitung mit ihrem Redakteur Georg Renner einen Leitartikel mit der bezeichnenden Headline »Corona gehört aufgearbeitet« – und verweist darauf, dass »alle Parteien« sich daran machen sollten, die Pandemiejahre aufzuarbeiten. Gleichzeitig vergisst der gute Mann, dass sein Medium, die Kleine Zeitung wie auch der Standard und eine Reihe anderer Leitmedien Wortmeldungen von sich gegeben haben, die nicht nur hart an der Grenze, sondern völlig unverantwortlich ganze Bevölkerungsschichten beleidigt, bedroht und diskreditiert haben. Ich erinnere an Frido Hütter, Kleine Zeitung 07. Nov. 2021 – „Deshalb nenne ich Impfverweigerer asozial.“ Die einzig Asozialen – da wirtschaftlich von Auftraggebern wie dem Land Kärnten und der Bundesregierung abhängig – sind ein Großteil heimischer Print-, Fernseh- und Onlinemedien, die jegliche Grenzen überschritten und Existenzen vernichtet haben. DAS gilt es zuallererst aufzuarbeiten.

Kleine Zeitung vom 7. Nov. 2021

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Wirtschaft ist NICHT [!] wir alle
Irgendwas läuft schief in Europa. Waffenlieferungen aus Deutschland, explodierende Staatsverschuldungen aller europäischen Länder und der Fall Lufthansa. Noch 2020 beantragte die Lufthansa Stabilisierungshilfen und Kredite über die Bundesregierung in der Höhe von bis zu 9.000 Millionen [9 Milliarden] Euro. Wenige Monate später beabsichtigt der deutsche Flügel Teile der italienischen Fluglinie ITA Airways zu kaufen. Einfach so. Für läppische 500 Millionen, also eine halbe Milliarde Euro. Wie heißt der Buchtitel eines deutschen Bestsellers: „Ich komm da nicht mehr mit.“

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Heirat bist du großer …
Unlängst führte ich ein Gespräch. Warum machen Frauen Männern Heiratsanträge? Meine Antwort: Ein Zeichen, dass für sie alles passt. Weil ihre Welt mit dem Mann ihrer Träume ein intakte ist. Weil Frau fortschreitet und diese Welt konservieren und im Innen und Außen bestätigt sehen möchte. Habe ich etwas vergessen? Vielleicht auch nur aus nackter Angst überzubleiben. Und warum machen dann Männer Frauen Heiratsanträge? Ganz einfach: Aus Bequemlichkeit und um sie zu besitzen. [Ende des Gesprächs …]

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Die gute Nachricht zum Schluss
Die Sparzinsen steigen. Zumindest theoretisch. Leider auch die Kreditzinsen. Sicher. Und schneller als ihre Kollegen bei den Sparbüchern. Das Gute daran, es gibt immer weniger Gelegenheiten, das Gesparte auszugeben wie das Beispiel der schließenden Nahversorger in Villach zeigt. Sie lösen sich in Luft auf, sie verduften. Spar, Billa und Konsorten. Und hinterlassen ratlose Gesichter in den Außenbezirken. Wie hat schon Hans Krankl gesungen: „I bin hoit ganz alla, kana mog mi, i kann nur wana, und warten auf di.“ Wo bleibt da der Hausverstand?

 

 

Über den Autor

Gerald Eschenauer
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Gerald Eschenauer

Schriftsteller. Philosoph. Schauspieler. Kulturvermittler, der zwischen den Welten wandelt.

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