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FREISTIL – KW 42

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Kommentar zur vergangenen Woche – KW42 – 23. Oktober 2022 

Time Slot
Neulich lud mich eine junge Kollegin auf einen Time Slot ein. Eine Zeitschleuse, die uns für ein Gespräch bleibt. Sie schiebt mich in ihren allzu vollen Terminkalender. Ein Entgegenkommen?! Und ich dachte mir, die hat sie nicht mehr richtig. Wie wir miteinander umgehen, ist nicht erst seit Corona erbärmlich. Sie denkt sich nichts dabei. Und meine heutige Aufforderung an Sie lautet: Denkt euch was dabei!

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Sittensumpf in Österreich
Wenn etwas untergeht, verschwindet es meist aus dem Blickfeld. Das mag gut sein, solange es untergegangen ist. Bis es eben wieder auftaucht. Wie die von der Mafia in den Seen versenkten Leichen, die nach langanhaltender Dürre ihre knochigen Überreste neuerdings der Sonne entgegenstrecken. Gern gesehenes Motiv für Sensationstouristen und Selfie-Jäger. Thomas Schmid. Ich danke Ihnen nicht für Ihre Aussagen. Sie sind und bleiben korrupt, wie ein Großteil Ihrer Kollegen. Falls Sie das Bedürfnis haben, beruflich umzusatteln: Forensiker sind hoch im Kurs. Da können Sie aktuell wirklich Ihren Reibach machen, wie es in Österreich heißt. „Das darf doch alles nicht wahr sein.“ Wenn sich sogar der frisch gewählte Bundespräsident von seinem Opa-der-Nation-Image verabschiedet, dann brennt der Hut. Oder besser, steht das demokratische Haus unter Wasser.

Neuwahlen sind unumgänglich. „Was bringt´s?“ – das häufigste Gegenargument für ausgerufene Neuwahlen. Nun, ganz einfach. Es gibt keine Alternative. Erstens, vorliegende Fakten sprechen für sich. In einer gesunden Demokratie ist die aufgeflogene Handhabe inakzeptabel. Zweitens, ein Großteil der Regierungsmitglieder wurde nicht vom Volk gewählt. Bei den dauernden Ministerwechseln habe ich nach Anschober den Überblick verloren. Drittens, kriminelle Machenschaften – und das sind sie, gehören rechtlich geahndet, um den demokratischen Staat zu schützen. Dass ein öffentlich-rechtlicher Sender in Dokumentationen auf kriminelle Vertreter als Interviewpartner zurückgreift, ist neu. Strache, Westenthaler und Co. haben im Fernsehen nichts verloren. Wir könnten in Kärnten ein Reputationsprogramm starten: Birnbacher, Martinz und diverse Ex-Hypobankvorstände ziehen gemeinsam ins Forsthaus Rampensau

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Unmoralische Impfkampagnen seitens der Gemeinden und Städte
Neulich erreichte mich ein E-Mail. Die nutzlosen Millionen der österreichischen Bundesregierung, verteilt auf Land und Gemeinden, müssten endlich raus. Die Frist laufe ab. „Gemeinsam was unternehmen!“ Verstehe. Da gibt es nur ein kleines Problem. Ich bin nicht käuflich. Ich lasse mich von diesen Ihren unmoralischen Kampagnen nicht kaufen. Eure Pakete könnt Ihr behalten oder den Medien weitergeben, die davon leben. Onlinemedien, Printmedien, ORF, private Fernseh- und Rundfunkstationen. Wie sie sich darüber freuen. Kurz zu den Fakten. Die anfänglich formulierten Äußerungen [erinnern Sie sich?!] die Impfung böte nahezu totalen Schutz hat sich in Luft aufgelöst. Die üblichen Schutzzeiten von Impfungen mehrere Jahre – puff, verblasen. Nach Zweit- und Drittimpfungen bläst man nunmehr zum vierten Stich. Rechts und links von mir – Coronafälle, die zigfach geimpft sind und sich fragen, warum der milde Verlauf mit Langfristbegleiterscheinungen wie Kraftlosigkeit, Migräne, Dauerkopfschmerzen, Herzinsuffizienz und anderen Long-Covid-Symptomen einher geht. Tja, unter diesen Vorzeichen werden die Schwurbler wohl mehr werden … Alle Impfskeptiker sind gleichzeitig Nazis – nicht vergessen …

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Essen und Café
Ich lebe in Villach und da gibt es ein Kaffeehaus. Und da kostet der Kaffee mittlerweile 3 Euro 90. Und ich denke, es wird noch mehr. Und letztens saß ich in Rijeka, meinem Schreibwohnsitz, direkt im Hafen von Rijeka – vor und neben mir Schiffe und Kräne und Sonnenuntergang. Und da kostet der Kaffee 1 Euro 50. Und wieder wenige Tage später saß ich in Wien, und stellen Sie sich vor – dort kostet die Melange, 500 Meter vom Stephansdom entfernt, 3 Euro 40 – zu Recht, wenn Sie mich fragen. Immerhin sind wir in der Bundeshauptstadt. Welchen Teufel Kärntens Gastronomie geritten hat, ist mir unerklärlich. Aber das ist noch nicht alles. Die Frage lautet: Warum gehe ich überhaupt ins Kaffeehaus? Ich beantworte sie Ihnen. Weil ich ein sozialer Mensch bin. Essen und Trinken im Kaffeehaus und Restaurant gleicht einem sozialen Ereignis. Mich dürstet danach. Ich fühle mich als soziales Wesen, komme unter Menschen und lächle ihnen zu oder rede mit einigen von ihnen. Das wollen Sie mir nehmen? Nicht im Ernst?! Das soziale Gefüge bricht zusammen. Und Schuld daran trägt eine unschlüssige Regierung, die unfähig ganz Europa in eine Sackgasse manövriert. Die zu faul, zu behäbig, unwillig und unfähig ist, rasche Antworten auf dringliche Fragen zu geben. Schieben Sie weiter Milliarden und Milliarden zur Rüstung – um den Frieden zu sichern – werden Sie selbst zu Kriegsparteien. Dass den unschuldigen Menschen in Europa erklärt wird, sie müssten sich jetzt auf karge Zeiten einstellen, ist erbärmlich. Es sind jene Menschen, die über Jahrzehnte diese Länder mit ihren Steuerabgaben aufgebaut und finanziert haben. Diese haben JETZT, in diesen Tagen, ein RECHT auf Existenz und Wohlstand. Also schaffen Sie gefälligst den Rahmen dafür! Sie lapidar zu Sozialhilfeempfängern zu degradieren, ist die Vorstufe zu sozialen Unruhen, wie es sie seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr gegeben hat. Schnallen Sie sich an. Das werden wir nicht hinnehmen. „Pfiat Gott, liabe Alm …“

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Lauschangriff
„De Gfrasta kriagn olles und mia solln de Heizungan obadrahn. Den Kitt aus de Fensta fressn. Oba net mit mia. Zearst impfn, donn hackln – nix mit Pension. Am bestn glei obtschapiern. De Regierung keart mitn nossn Fetzn uman Stephansdom gjogt. Nockt.“

Zwei Herren diskutieren emotional bei einem Bier. Den Rest der Ausführungen erspare ich Ihnen.

 

Über den Autor

Gerald Eschenauer

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Gerald Eschenauer

Schriftsteller. Philosoph. Schauspieler. Kulturvermittler, der zwischen den Welten wandelt.

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