FREISTIL – KW 03/23

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Wochenkommentar – KW 03 – 22. Jänner 2023

Expertinnen/Experte.
Was soll man von ihnen halten? Wenn man weiß, wie ihre Reputationen entstanden ist. Erkaufte Dissertationen im Ausland, abgeschriebene Doktorarbeiten, politische Naheverhältnisse und Sympathien durch Anfütterung. So entstehen Expertisen im Sinne des Auftraggebers. Ob es um Politikbeobachter, Meinungsforschung, Gesundheitsthemen oder Waffenlieferungen geht. Vertrauen Sie nie blind Expertisen. Dass die Politik unverschämt hohe Summen für diese Expertisen ausgibt, ist nichts anderes als eine Verlagerung der Verantwortung auf spätere Sündenböcke, die aus dem Hut gezaubert werden, wenn Korruptionsfälle an die Oberfläche geschwemmt werden. Denken Sie an Karmasin, Schmid und in diesen Tagen Chorherr. Tja, wie sagte schon Bertrand Russell: „Wenn alle Experten sich einig sind, ist Vorsicht geboten.“

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Der Fall Teichtmeister
Es darf keinen Künstler- und keinen Prominentenbonus geben. Rechtsdelikte sind und bleiben gesetzliche Vergehen, egal ob diese von einem Burgtheaterstar, einer korrupten Politikerin, einem Pfarrer oder einer Kindergärtnerin begangen wurden. Auf jeden Fall sind sie ein unglaubliches Geschäft für heimische Medien. Teichtmeister schaffte es immerhin auf die Titelseite der Kleinen Zeitung. Und in die Vorabendprogramme und Diskussionsrunden spät in der Nacht. Wie aktuell ausschließlich diese Themen die öffentliche Auseinandersetzung diktieren. Wenn Florian Silbereisen den Klaus Lage-Hit „1000 und eine Nacht“ eigenmächtig abändert, ihm seines Indianers beraubt – und durch zusammen ersetzt, spielen deutschsprachige Medien diesen Affront rauf und runter. Und wir haben etwas zu gaffen, zu staunen, zu pöbeln und zu teilen. Erbärmlich. And the oscar goes to …

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Frauenlabor
Wissen Sie, was mich richtig anturnt? Eine Frau. Also, was ich unter einer Frau verstehe. Nicht was sich momentan und immer wieder auf Kärntens und Österreichs Straßen tummelt. In den Kaffeehäusern verweilt, um miteinander – ja, was eigentlich – sinnloses Geräusch von sich zu geben. Wissen Sie, ich höre Frauen gerne zu – ich lausche Frauen und spüre ihren Herzschlag. Aber manchmal kommt mir das Kotzen, bei einer Frauenspezies, nennen wir sie – Papierfrauen – also Frauen auf dem Papier, legitimiert durch einen Ausweis – aber verleugnet durch das Leben, ihr Gehabe, ihr Gesage und ihr Gekleide … Und wenn sie einander gegenseitig darin bestärken, dass sie Männer nicht brauchen – dann trotzdem und schlussendlich froh sind, wenn sie irgend einen Tulpe abbekommen, der sie finanziert und ihnen ein oder gleich mehrere Bambini macht, um ihn nach vollzogenem Akt in einem Abstellraum abzustellen – dann zeigen sie ihr wahres Gesicht, das wenig weiblich anmutet. Das ist der Zeitpunkt, an dem ich den gemeinsamen Raum verlassen muss.

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Steigerungsform für SCHIACH
Neulich war ich in Velden zu Gast. Wissen Sie, auf einen Cofé am Corso, eine kleine Runde entlang des Casinos und später in Richtung Schlosshotel. Gar nicht so wenig los. Und entlang des Corsos stieß ich auf monumentale Hässlichkeit. Der Umbau des Corsos ist in vollem Gange. „Mehr … für Velden“ und „Wir für Velden …“ war da auf Bautafeln zu lesen. Und ich dachte mir, wer das plant, gehört verhaftet. Wellblechstyle in Grau, ein Asylantenverschlag mit Gucklöchern, kein Grün, keine Innovation, kein Nichts – umzingelt von prachtvollen Bauwerken der Wörthersee-Architektur, die traurig auf diesen soeben geschaffenen Schandfleck starren. Inklusive meine Person. Mir fehlen die Worte …

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Modewelle
Zurückzutreten ist aktuell sehr in Mode gekommen. Skisportler zeigen, wie es geht. Im Handumdrehen. Ein Interview und das war’s. Und dann Schockstarre von allen Seiten. Ja wie kann das nur? Und wie ist das nur? Liebe Freundinnen und Freunde meines Kommentars, die Leute haben alle die Schnauze voll vom Zirkus. Von Regelwerken bis zum Erbrechen. So ist es auch zu erklären, dass Menschen nicht mehr für 1.200 Euro brutto 40 Stunden arbeiten und Geschäftsführer lieber nach Mauritius segeln anstatt Berichte abzuliefern und Meetings abzuhalten. Ob davon das Brot in die Läden kommt? Weiß nicht recht. Wolken ziehen auf. Ich sehe es dunkel werden.

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Das Gute zum Schluss
Das Staatsvolk ist der Souverän. Punkt. Weder hat die deutsche Bundesregierung das Mandat seiner Bevölkerung Panzer in die Ukraine zu schicken, noch hat die österreichische Politik das Mandat still und heimlich die NATO-Annäherung durchzupeitschen, Flagge zu zeigen, wie es so schön heißt. Liebe Freundinnen und Freunde da draußen, – die Menschen in Europa – und ich bin mir sicher, dass ich für die Mehrheit spreche – wollen keinen Krieg in Europa und auch nicht in den Krieg gezogen werden! Es gibt nur eine Antwort auf alle diesbezüglichen Fragen, die lautet: Friedensbemühungen und Friedensverhandlungen bis die Sitzungssäle der Regierungen wegen Sauerstoffmangel gelüftet werden müssen um erneut Friedensbemühung und Friedensverhandlung als einzig gangbaren Weg zu beschreiten. Schreiben Sie sich das hinter ihre „unlegitimierten Ohren“.

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Persönliches
Freie Meinungsäußerung ist keine Selbstverständlichkeit. Zensur ist ein schleichender Prozess. Er beginnt mit der Verweigerung öffentlicher Medien, Vielfalt zu drucken, diese zu thematisieren und ihr Raum zu gewähren. Somit befinden wir uns in Österreich in der Vorstufe zum Diktat einer politisch-korrumpierten Medienlandschaft, die veröffentlicht, was angeschafft und seitens ihrer Auftraggeber bezahlt wird. Wer sind die größten Auftraggeber? Denken Sie darüber nach …

Die ganze Welt im FREISTIL …

 

 

Über den Autor

Gerald Eschenauer
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Gerald Eschenauer

Schriftsteller. Philosoph. Schauspieler. Kulturvermittler, der zwischen den Welten wandelt.

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